Wo kommt Plastik her?

Wo kommt Plastik her?

Plastik kommt aus dem Griechischen und bedeutet geformte oder formende Kunst. Ein anderer Begriff für Plastik ist Kunststoff. Kunststoffe werden, wie der Name schon sagt, künstlich, also synthetisch hergestellt.

Ausgangspunkt für die Kunststoffproduktion war früher noch Kautschuk. Heute wird hauptsächlich Erdöl als Rohstoff verwendet. Ganze 4% der aus den Raffinerien kommenden Erdölprodukte werden in der Kunststoffindustrie verbraucht. Am häufigsten verwendet wird Rohbenzin. Durch chemische Reaktionen werden Monomere, also einfache Molekülverbindungen, zu hochkomplexen Netzen und Ketten verschmolzen, zu so genannten Polymeren.

Die besonderen Eigenschaften, wie etwa Formbarkeit, Härte, Elastizität, Bruchfestigkeit, Temperatur-, Wärmeformbeständigkeit und chemische Beständigkeit, der so entstehenden Materialien sind sehr vielfältig. Daraus ergeben sich viele Möglichkeiten der Verwendung, wie als Verpackungsmaterialien, Textilfasern, Wärmeisolierung, Rohre, Bodenbeläge, Bestandteile von Lacken, Klebstoffen und Kosmetika, in der Elektrotechnik als Material für Isolierungen, Leiterplatten, Gehäuse, im Fahrzeugbau als Material für Reifen, Polsterungen, Armaturenbretter, Benzintanks und so weiter.

Trotzdem geht auch eine Gefahr vom Plastik aus.

(Bild: © jutta wieland / pixelio)

Warum ist Plastik schädlich?

Plastik im Meer

Da Plastik nur kaum recycelt wird, landet es auf Mülldeponien. Häufig wird es jedoch unachtsam weggeworfen und landet in der Umwelt. Laut UNO gelangen 80% des Plastikmülls in Flüssen. Von dort wird Plastik ins Meer transportiert. Die Meeresschutzorganisation Oceana schätzt, dass weltweit jede Stunde rund 675 Tonnen Müll direkt ins Meer geworfen werden, die Hälfte davon ist aus Plastik. Im Meer wird es in kleine Stückchen zersetzt, kann jedoch nicht abgebaut werden.

Es gibt kein bekannten Organismus, der Plastik abbauen kann.

Plastikstrudel

In den Ozeanen entstehen so genannte Plastikstrudel, mitunter doppelt so groß wie Texas. In diesen Strudeln gibt es viel mehr Plastik als Lebewesen. Viele Tiere denken jedoch, das Plastik wäre Nahrung.

Plastik gerät in die Nahrungskette

Da die kleinen bunten Plastikstückchen, der Nahrung der Tiere ähnlich sehen, werden sie gerne von Tieren gefressen. 267 verschiedene Tierarten fallen weltweit nachweislich dem Müll im Meer zum Opfer.Betroffene Tiere sind unter anderem Schildkröten, Robben, Fische, Krebse und Vögel.

Das liegt zum einen daran, dass das Plastik giftige Stoffe enthält. Zum anderen verstopft Plastik den Stoffwechselkreislauf der Tiere. Häufig können bei toten Seevögeln ganze Feuerzeuge im Magen gefunden werden.

Gefahr für den Menschen

Giftige Additive

Plastik enthält verschieden Additive (Zusatzstoffe) um es zum Beispiel weich zu machen. Diese stehen unter Verdacht den Hormonhaushalt zu verändern, Krebs hervorzurufen und Mutationen im Erbgut herbeizuführen.

Bei Plastik, das in direkten Kontakt mit Nahrung kommt ist Vorsicht geboten. Aber auch Plastik, das stark riecht kann schon bei einfachen Berührungen gefährlich sein.

Plastik in der Nahrung

Da Fische den Plastikmüll im Meer essen, kann es auch passieren, dass das Plastik schon bald bei uns auf dem Teller landet



(Bilder (von oben, links nach rechts): © Ariane Sept / pixelio, © Nigel Mykura / wikimedia , © Wen-Yan King / wikimedia , © Colocho / wikimedia, © Christa Nöhren / pixelio, © USFWS (Duncan Wright) / wikimedia , © CFalk / pixelio, )

Welche Alternativen gibt es?

Plastiktaschen sind praktisch. Sie sind günstig, stabil und es passt viel rein. Aber brauchen wir sie wirklich? In einigen Ländern, wie Indien, Italien und in Teilen von Amerika ist sie schon verboten.

Alternativen zu Plastiktüten:

  • Baumwoll- / Leinen- / Jutetaschen

    Stofftaschen sind sehr stabil. Man kann sie immer und immer wieder verwenden. Und wenn sie doch einmal kaputtgehen sollte kann man sie einfach entsorgen und sie wird biologisch abgebaut. Außerdem wird sie aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Das beste jedoch ist, dass sie so hübsch aussieht.

  • Papiertaschen

    Papiertaschen können aus Nachwachsenden Rohstoffen, oder am besten gleich aus Recyclingpapier hergestellt werden. Wenn sie nicht mehr gebraucht wird, verrottet sie einfach und stört nicht weiter.

Der Großteil der Plastikfalschen sind Einwegflaschen. Auch wenn man sie in den Pfandautomaten schiebt, werden sie nicht wiederverwendet, sondern zerschreddert.

Auch Joghurtbecher und so weiter sind in der Regel aus (dickem) Plastik.

Alternativen zu Plastikflaschen und Dosen:

  • Glas

    Glas ist ein bisschen schwerer als Plastik, aber dafür sieht es auch schöner aus. Glas schadet der Umwelt nicht, wenn es weggeworfen wird.

  • Mehrwegplastik

    Mehrwegplastikflaschen erkennt man daran, dass sie dicker sind. Diese werden geputzt und wiederverwendet, sodass kein Plastikmüll entsteht.

Andere Alternativen:

  • Bioplastik

    Bioplastik hat ähnliche Eigenschaften wie herkömmliches Plastik. Es sieht und fühlt sich genauso an wie das normale. Daher kann es als Verpackungsmaterial mit dem synthetischen Plastik mithalten. Der Vorteil ist, dass es aus Nachwachsenden Rohstoffen, wie zum Beispiel Maisstärke und lassen sich zu 100% biologisch abbauen. Mehr zu den Vorteilen von Bioplastik...

  • Holz

    Als Alternative für Kunststoffmöbel und ähnliches bietet sich Holz an. Solange das Holz nicht aus Regenwäldern stammt und mit vertrauenswürdigen Zertifikaten versehen ist, stellt es eine gute Wahl dar. Besonders Bambusholz ist sehr stabil und wächst schnell.

  • und vieles mehr

    Es gibt noch viele weitere Alternativen zum herkömmlichen Plastik. Mehr darüber kannst du zum Beispiel im Film "Plastik über alles" erfahren, der auf hier auf youtube.com zu sehen ist.

(Bilder: Tüte: © manwalk / pixelio, Flaschen:© birgitH / pixelio, Schalen: © wrw / pixelio)

Was kann ich tun?

Selber aktiv werden

Heim

Wir sind umgeben von Plastik

Aufgrund der verschiedenen Materialeigenschaften von Plastik, wird es in vielen Bereichen eingesetzt und ist dort ein Segen. Die moderne Welt lässt sich ohne Plastik kaum vorstellen.

Weil es so kostengünstig ist, wir Plastik auch immer öfter als Verpackungsmaterial und Wegwerfprodukt eingesetzt. Nur ein kleiner Teil (etwa 10%) des Plastikmülls kann recycelt werden. Das liegt zum Beispiel an verschiedenen Zusatzstoffen im Plastik und der sinkenden Qualität nach jedem Recycling-Durchlauf. Der größere Teil wird verbrannt, landet auf Deponien oder gelangt in die Umwelt.

Für eine saubere Umwelt

Weltweit wird das Leben vieler Tiere durch Plastikabfall bedroht. Ein großer Teil dieses Abfalls entsteht durch Plastiktüten. Pro Jahr verbraucht allein der durchschnittliche EU-Bürger 500 Stück. Und das meist nur für den Weg vom Supermarkt nach Hause. Dort wird die Tüte weggeworfen und landet nicht selten im Meer und bedroht viele Tierarten.

Auch die unnötige Ressourcenverschwendung ist ein Grund, weshalb wir es fordern eine Vorreiterposition einzunehmen die Förderung von Alternativen zu Plastiktüten voranzutreiben.

Welt Retter_in

Welt Retter_in ist eine Initiative der Grünen Jugend Oldenburg mit dem Ziel aktiv gegen Plastikmüll vorzugehen und den Plastiktütenverbrauch zu reduzieren. Dafür verteilen wir Baumwollbeutel mit dem Welt Retter_in Logo, um Menschen einen Anreiz zu geben unseren Beutel und eigene Taschen zum Einkaufen mitzunehmen.

Der Name Welt Retter_in ist zum einen ein Prädikat, mit dem man sich auszeichnen kann, wenn man einen kleinen Beitrag zu zur Verbesserung der Umweltbedingungen beiträgt. Gleichzeitig ist es eine Aufforderung mehr zu tun.

Die ungewöhnliche Orthographie "Retter_in" macht es mit dem Unterstrich möglich, dass sich alle sozialen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten außerhalb der zweigeschlechtlichen Norm mit diesem Etikett identifizieren können.